Hammer Cantata

for vocal quartet, choir and string trio
soprano solo, alto solo, tenor solo, bass solo; SATB choir; violin, viola, violoncello
Duration: 17’
Year of composition: 2006

Hammer Cantate

  1. Das Grablied
    Dort ist die Gräberinsel, die schweigsame; dort sind auch die Gräber meiner Jugend. Dahin will ich einen im- mergrünen Kranz des Lebens tragen.'' Also im Herzen beschliessend fuhr ich über das Meer. - Oh ihr, meiner Jugend Gesichte und Erscheinungen! Oh, ihr Blicke der Liebe alle, ihr göttlichen Augenblicke! Wie starbt ihr mir so schnell! Ich gedenke eurer heute wie meiner Toten. Von euch her, meinen liebsten Toten, kommt mir ein süsser Geruch, ein herz- und thränenlösender. Wahrlich, er erschüttert und löst das Herz dem einsam Schiffenden. (Von Lesen und Schreiben) Ihr seht nach Oben, wenn ihr nach Erhebung verlangt. Und ich sehe hinab, weil ich erhoben bin.Wer von
    euch kann zugleich lachen und erhoben sein?
    Wer auf den höchsten Bergen steigt, der lacht über alle Trauer-Spiele und Trauer-Ernste.
    Mutig, unbekümmert, spöttisch, gewalttätig - ''
  2. Von den Mitleidigen
    Ach, wo in der Welt geschahen größere Torheiten, als bei den Mitleidigen? Und was in der Weit stiftete mehr
    Leid, als die Torheiten der Mitleidigen?
    Wehe allen Liebenden, die nicht noch eine Höhe haben, welche über ihrem Mitleiden ist!
    Also sprach der Teufel einst zu mir: auch Gott hat seine Hölle: das ist seine Liebe zu den Menschen.'' Und jüngst hörte ich ihn dies Wort sagen: Gott ist tot; an seinem Mitleiden mit den Menschen ist Gott
    gestorben.''
  3. Der Zauberer
    Wer wärmt mich, wer liebt mich noch?
    Gebt heisse Hände!
    Gebt Herzens-Kohlenbecken!
    Hingestreckt, schaudernd,
    Halbtotem gleich, dem man die Füsse wärmt -
    Geschüttelt, ach! von unbekannten Fiebern,
    Zitternd vor spitzen eisigen Frost-Pfeilen,
    Von dir gejagt, Gedanke!
    Unnennbarer! Verhüllter! Entsetzlicher!
    Du Jäger hinter Wolken!
    (…)
    Du unbekannter - Gott!
    Triff tiefer!
    Triff einmal noch!
    Zerstich, zerbrich dies Herz!
    Was soll dies Martern
    Mit zähnestumpfen Pfeilen?
    Was blickst du wieder,
    Der Menschen-Qual nicht müde,
    Mit schadenfrohen Götter-Blitz-Augen?
    Nicht töten willst du,
    Nur martern, (martern)?
    Wozu - mich martern,
    Du schadenfroher unbekannter Gott?
    Haha! Du schleichst heran?
    Bei solcher Mitternacht
    Was willst du? Sprich!
    (…)
    Willst du hinein,
    Ins Herz,
    Einsteigen, in meine heimlichsten
    Gedanken einsteigen?
    Schamloser! Unbekannter - Dieb!
    Was willst du dir erstehlen,
    Was willst du dir erhorchen,
    Was willst du dir erfoltern,
    Du Folterer!
    Du - Henker-Gott!
    From 'Thus Spake Zarathustra', Friedrich Nietzsche

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